Berichte

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Im Rahmen meiner Semesterprüfungen hat es mich an diesem Wochenende statt in den Pott nach Berlin verschlagen. Dabei kann ich mich glücklich schätzen, dass aufgrund der Länderspielpause auch kein Spiel unserer Kogge dafür ausfallen muss. Dagegen stellt sich die beinahe ebenso bedeutende Frage, wie man der Fahrt in die Hauptstadt dann einen tieferen Sinn verleihen kann? Also morgens schnell noch die Kamera eingepackt und vor Ort die Groundhopper-App angeschmissen. Zwischen ein paar Spielen im Brandenburg-Pokal sticht da das Testspiel des BFC am Abend ins Auge, wobei es sich um das Geburtstagsjubiläum handeln soll. Das schürt die Erwartungen und fällt - zusammen mit dem wirklich schicken Stadion - schließlich die Entscheidung.

Nach meiner Prüfung gibt es in Spandau noch einen Spaziergang durch die Altstadt zur Nahrungsaufnahme, bevor es gen Osten geht. Einen Parkplatz hab ich dann wider erwarten schnell gefunden, auch wenn es einer der letzten in dieser Ecke ist. Vor ein Problem stellt mich dann allerdings der Parkautomat, der selbstverständlich nur nicht vorhandenes Kleingeld nimmt. Alternativen, wie per SMS zu bezahlen, wollen irgendwie auch nicht klappen und so muss schließlich der Eis-Mann gegenüber Kleingeld rausrücken. Vorbei am Gästeblock, vor dem sich schon einige Hamburger tummeln, geht es zum Heimbereich, wo ich mich schließlich zum Tickethäuschen durchgefragt habe. Für 15 Taler gibts dann eine ansehnliche Eintrittskarte und damit steht dem Stadionbesuch nichts mehr im Wege.

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Ein wenig mulmig ist einem schon zumute, wenn man zwischen all den Weinrot-Weißen das Tor passiert und um nicht aufzufallen das restliche Kleingeld in die Choreospendenbox verfrachtet. Bleibt nur die Hoffnung, dafür heute auch etwas geboten zu bekommen. Tatsächlich sind im entsprechenden Block eine Zaunfahne und jede Menge goldene Folie auszumachen. Man darf also gespannt sein.
Erstmal gilt der Blick aber dieser Perle von Stadion. Irgendwie erinnert mich die kleine Haupttribüne ein wenig an das Nep in Budapest, in das man sich auf den ersten Blick nur verlieben kann. Zusammen mit den Flutlichtmasten ein wirklich hübsches Rund, dass es nicht verdient hat, noch nicht besucht worden zu sein. Höchste Zeit also, das hier und heute nachzuholen.

Während ich mit ein paar netten Heimfäns ins Gespräch komme, füllt sich das Stadion langsam und auf dem Rasen wird ein Lied nach dem anderen geträllert. Das der Anpfiff sich damit um eine gute halbe Stunde verzögert scheint hier niemanden zu interessieren und ich bin mir jetzt schon sicher, mein Parkticket wohl zu kurz bemessen zu haben. Zuletzt wird die neue Hymne Weinrot-Weiße Leidenschaft präsentiert, die offensichtlich gut anzukommen scheint. Die vorangegangenen Versuche des Stadionsprechers, die Hamburger dazu zu bewegen Hamburg meine Perle zu singen, scheiterten dagegen.

Dann lassen sich auch die Mannschaften endlich blicken, was den Startschuss für die Choreo gibt. In den Vereinsfarben ist am Zaun 50 Jahre BFC Dynamo zu lesen, während, umringt von bereits erwähnter Goldfolie, Doppelhalter verschiedene Gegner der Vereinsgeschichte zeigen. Dazu hinterlassen zwei Blinker kleine Rauchschwaden. Insgesamt durchaus nett, auch wenn der Pyro-Einsatz etwas improvisiert wirkt. Für meinen Geschmack hätte man sich die Blinker sparen und lieber etwas farbigen Rauch verwenden sollen.
Auf dem Rasen zeigt sich der BFC dagegen in bester Laune und kommt im ersten Durchgang auch zu einigen guten Torchancen. Allerdings fehlt auf beiden Seiten doch etwas Zielwasser und so geht es mit einem bis dato verdienten Remis in die Pause.

Im Gästeblock scheint man sich heute dem schalen Bier zu widmen, statt die eigenen Mannschaft über die pure Anwesenheit hinaus unterstützen zu wollen. Stattdessen gibt es im Verlauf der ersten Halbzeit mal ein wenig Gerenne, woraufhin sich eine Kette aus Behelmten und Ordner zwischen Gästeblock und Haupttribüne aufstellt. Danach ist es aber wieder verdächtig still.
Aber auch an dem Heimblock darf man keine allzu großen Erwartungen stellen, finden sich doch sonst zu Ligaspielen nur etwa 1.000 Zuschauer ein. Der Support hat immer mal wieder seine Lücken und richtet sich gerade im zweiten Durchgang stark nach dem Spielgeschehen. Mit einem Dreierschlag in nur fünf Minuten können die Hamburger das Spiel noch vor der 60. Minute für sich entscheiden. Dennoch wird auf der Gegengerade weiter mitgefiebert und nach jeder guten Situation des BFCs wird es auch wieder spürbar lauter im Block. Dazu kommen immer wieder ein paar Fahnen und weitere Blinker zum Einsatz.

Kurz vor Abpfiff können die Hamburger dann noch das vierte Tor nachlegen. In Berlin scheint man den Abend aber dennoch als gelungen anzusehen, schließlich sind lange nicht mehr so viele Zuschauer gesichtet worden.
Ich darf mich nun an Polizeisperren vorbei gen Gästeblock kämpfen, wo irgendwo mein Auto auf mich wartet. Im Dunkeln sieht man dann nur ein paar Behelmte rennen und schließlich dauerte es noch eine ganze Weile, bis die - warum auch immer - aufgebrachten Hamburger den Weg in die Straßenbahn gefunden haben und ich den Parkplatz gen Heimat verlassen kann - übrigens ohne teures Ticket...