Berichte

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Dieses Mal hat es uns ein wenig weiter nach Osten verschlagen, wobei Mazedonien noch das am westlichsten gelegene Land dieser Reise sein wird. Bei unserer Ankunft in Skopje erwartete uns bereits das hiesige Nachtleben, denn unweit unseres Apartments war eine kleine Bühne aufgebaut, wo eine Band einen Klassiker nach dem anderen zum Besten gab. Rings herum sammelten sich im Verlauf des Abends immer mehr Jugendliche, die bei einem Dosenbier den Klängen lauschten.

Tags darauf waren wir schon früh auf den Beinen, um die Stadt zu erkunden, die beinahe ausgestorben wirkte. Abgesehen von einem Obdachlosen auf einer Parkbank und einem etwas aufdringlichen Schuheputzer trafen wir nicht viele Menschen. Dafür entdeckten wir eine ungewöhnlich große Anzahl von Denkmälern, die - wie uns der Taxifahrer später erzählte - erst in den letzten Jahren entstanden sind. Die korrupte Regierung habe sich damit wohl viele Gelder in die eigene Tasche gewirtschaftet. Die Protestbewegung hat deshalb viele dieser Denkmäler mit Farbbeuteln beworfen. Wie er uns weiter erzählte, sei es aber im Moment ruhig, da bald Wahlen anstünden. Auf die Frage, was er sich denn wünsche, antwortete er nur einen Regierungswechsel, Hauptsache die aktuelle kriminelle Regierung sei weg und möglichst hinter Gitter. In der Tat schwankt die Stadt irgendwo zwischen prunkvollen Plätzen und bettelnden Kindern, sowie dem häufig sehr penetranten Urin-Geruch in der Luft.

Den restlichen Tag nutzen wir für eine Fahrt auf den Berg Vodno mit einer schönen Aussicht über die Stadt, die sich über den gesamten Talkessel erstreckt und bei weitem die größte Stadt Mazedoniens ist. Unser Taxifahrer brachte uns schließlich zu einem abgelegenen aber sehr leckeren Restaurant unweit des Stadions, von wo wir frisch gestärkt zum wichtigsten Abschnitt unseres Aufenthalts aufbrachen.

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Da wir nur den heutigen Tag in Skopje verbringen, ist unsere Wahl auf ein Zweitligaspiel direkt in Skopje gefallen. Das Stadion Železarnica wirkte auf Bildern sehr unspektakulär, macht aber bei genauerer Betrachtung vor Ort irgendwo doch einen ganz netten Eindruck, wenn man eben auf alte gammelige Bruchbuden steht. Die gelben Sitzschalen der kleinen Haupttribüne sind teilweise herausgetreten und überall liegen die Schalen von Sonnenblumenkernen, welche es für 50 mazedonische Dinar bei einem Straßenverkäufer vor dem Stadion gibt. Ein kleiner Teil der Tribüne ist mit einem Dach ausgestattet, welches aber beim aktuellen Sonnenstand kaum Schatten spendet. Anders als erwartet gibt es aber zumindest eine selbst gedruckte Eintrittskarte, für welche 100 mazedonische Dinar den Besitzer wechseln. Das Stadion gehörte übrigens früher zu einer alten Metallbaufirma, die damals über 16.000 Mitarbeiter hatte. Heute arbeiten dort nur noch etwa 1.000 Leute und vom dazugehörigen Verein ist nur noch das Stadion übrig.

Auf dem Rasen ist FK Skopje heute der absolute Favorit, da man als Tabellenzweiter einen Gegner aus dem Tabellenkeller empfängt. Anders als erwartet entpuppt sich das Spiel aber als völlig unspektakulär und langweilig. Skopje versucht sich permanent daran, vor das gegnerische Tor zu gelangen, ist aber im Abschluss wenig präzise. Der Ball zappelt nur zwei mal nach Abseitssituationen im Netz. Die Gäste sind zwar optisch unterlegen, bemühen sich aber dennoch mitzuhalten.

Auffällig ist dagegen die überdurchschnittlich schlechte Leistung des Schiedsrichtergespanns, welches sich schlicht vom lautesten Schrei leiten lässt. Lass dich fallen, erwecke den Eindruck du müsstest gleich sterben und schon hast du den Freistoß. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch der Elfmeter für Skopje wenige Minuten vor Ende der Partie auf diese Art entstanden ist. Die hauptsächlich für die Gästemannschaft angereisten Zuschauer nehmen es aber mit Humor und können über die Schiedsrichterleistung nur lachen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig?

Nach dem Spiel bringt uns unser Taxifahrer zurück in die Stadt, wo wir bei einem Bierchen am Fluss noch ein wenig die Aussicht auf einen der hell erleuchteten Plätze genießen. Der Länderpunkt ist abgehakt, aber wir werden definitiv noch einmal wieder kommen und die angebotene Rundreise durch den Kosovo in Angriff nehmen. Außerdem wartet mit dem Canyon Matka noch ein Highlight, welches wir aufgrund der Kürze der Zeit verpasst haben. Weiter geht die wilde Fahrt am nächsten Morgen mit dem Bus nach Sofia - übrigens ohne Klo an Bord quer durch die Wildnis. Ein rumänischer Mitreisender formulierte es sehr treffend: you are not in Germany, you are in the jungle!