Berichte

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Nach einer gefühlten Stunde an der Grenze erreichen wir mit unserem Bus Bulgarien. Kaum weniger erfreulich ist unsere erste Taxifahrt hier, denn für die 2 Kilometer zum Apartment verlangt man ganze 25 Lewa von uns - absoluter Wucher und die Dame vom Apartment erzählt uns dann, dass die Fahrt eigentlich nur 5 gekostet hätte. Tja, falsches Taxi genommen. Nach dieser Erfahrung entschließen wir uns, die kaum weitere Strecke zum Stadion zu laufen, auch um unterwegs noch ein wenig die Stadt zu begutachten und sich der Nahrungsaufnahme zu widmen.

Die Suche nach echtem bulgarischem Essen scheitert, da die entsprechenden Lokalitäten überfüllt sind. Stattdessen gibt es Pasta und die Nachbestellung einer Pizza aufgrund der viel zu kleinen Portion schien die Kellnerin beinahe als Beleidigung aufzufassen. Uns kümmert das wenig, denn gesättigt kann es jetzt zum Spiel gehen. Vorbei geht es an der russischen Kirche, der Kathedrale und dem Nationalstadion. Beeindruckt sind wir aber wohl am Meisten vom Extreme Fest, bei welchem irgendwelche Radfahrer über eine Rampe springen und dabei fröhlich Saltos schlagen - verrückte Menschen.
Sofia wirkt insgesamt aber bei weitem nicht so herausgeputzt wie Skopje. Ein schönes Beispiel dafür ist unser Apartment, was von außen völlig heruntergekommen ist, von innen aber wirklich nobel erscheint. Ist mir persönlich viel sympatischer, wenn man sich hier auf das Wesentliche konzentriert. Sicherlich gibt es aber auch hier Ecken, in denen man nicht unbedingt wohnen möchte.

Am Stadion müssen wir uns eine Weile durchfragen, bis wir schließlich für 5 Lewa Tickets für die Haupttribüne in den Händen halten. Im angrenzenden Fanshop kann man sich mit diversen Souveniers eindecken, die scheinbar alle aus der Kurve stammen. Vom Hooligan-Schal über einen Pyro-Bilder-Kalender bis zur CD mit Fangesängen ist alles geboten. Einer der Anwesenden kommentierte unsere Begeisterung über den Kalender nur mit No Pyro - No Party und einem frechen Grinsen.

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Während aus der Kurve laut Kategorie C tönt - man hat wohl seine eigene Musikanlage im Stadion -, geht es für uns zum Eingang. Neben einigen Graffitis entdecke ich schließlich einen Fotografen und wenig später stehe ich tatsächlich im Besitz einer Fotoweste im Innenraum.
Der Ground dürfte wohl das Highlight unserer Tour sein, auch wenn einige Sitzschalen schon modernisiert wurden. Dafür sind die Flutlichtmasten richtig schick und die Gästekurve ist noch mit alten Steintreppen bestückt, während die Heimkurve bereits frisch betoniert wirkt. Vor der Haupttribüne erscheint wenig später die Gästemannschaft aus deren Spielertunnel, um sich auf der anderen Seite zum Einlaufen zu sammeln. Die Meter vorbei an der Tribüne werden dabei von lauten Pfiffen begleitet.

Insgesamt ist das Spiel heute nicht sehr gut besucht und einer der Fotografen bestätigt, dass sonst meist doppelt so viele Zuschauer angetroffen werden. Er schiebt es auf die vier vorangegangenen Feiertage, die viele wohl für einen Kurzurlaub nutzen würden. Trotzdem legt die Kurve von Beginn an ordentlich los und man wünscht sich gleich, die Jungs mal beim Derby in voller Action zu erleben. Der Zaun ist dicht beflaggt und im Block wehen über 90 Minuten einige Fahnen. Angeheizt wird die Stimmung auch vom Spielverlauf, denn CSKA kann bereits nach wenigen Minuten die ersten beiden Treffer verzeichnen - etwas überraschend, denn in der Tabelle spielen beide Teams recht weit oben mit und dabei hatten die Gäste zuletzt die Nase vorne.

Die 60 Gästefans wirken hinter ihrem Banner und einem Spruchband gegen den modernen Fußball und die CSKA Ultras etwas verloren, bemühen sich aber, ihren Support durchzuziehen. Dafür zeigen sie zum Intro ein paar Doppelhalter. Zu hören ist aber nicht sonderlich viel, sobald man nicht mehr direkt vor deren Kurve steht.
Auf dem Rasen liefern sich beide Mannschaften inzwischen ein interessantes Duell, wobei die Gäste schon wirklich gut spielen, CSKA aber einfach überragend. Kaum ein Angriff der Gäste muss mal durch den Keeper vereitelt werden, da meist die Abwehr den Gegner am 16er stoppen kann. Vorne dagegen scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis CSKA wieder zuschlägt. Es dauert dann aber bis zum Beginn der zweiten Hälfte, bis der Ball zum dritten Mal im Netz zappelt. Obwohl sich CSKA anschließend etwas zurückzieht und die Gäste häufiger in deren Hälfte eindringen, steht die Abwehr sattelfest und lässt kaum einen Schuss zu.

Die angekündigte Pyroeinlage zum Beginn der zweiten Halbzeit ist inzwischen widerrufen worden, da die Polizei wohl die Pyro gefunden hätte. Auf Nachfrage heißt es, dafür könne man schon ein paar Tage ins Gefängnis gehen, genaueres konnte man mir dann aber nicht sagen. Offensichtlich scheint sich das Motto unseres Freundes aus dem Fanshop dann aber doch zu bewahrheiten, denn mit dem 4. Treffer gehen in der Kurve dann auch Fakeln und Blinker an. Anschließend wird ein Wechselgesang zunächst mit den beiden anderen Tribünen und schließlich untereinander praktiziert, bei dem mal zur Seite oder rückwärts gesprungen, dann wieder nur sich gegenseitig die Faust entgegengestreckt wird.
Nach dem Spiel feiert die Kurve ihre Mannschaft, die den einen oder anderen Gesang gerne mitträgt. Im Gästeblock dagegen ist die Stimmung eisig und die Mannschaft wird mit zugewendetem Rücken ohne ein Wort empfangen. Man soll dort auch schon Pinguine gesichtet haben, was wir ebenfalls zu spüren kriegen, denn nach sommerlichen Temperaturen am Tag ist es inzwischen verdammt kalt geworden. So machen wir uns etwas durchgefroren auf den Rückweg zum Hotel, denn am nächsten Morgen geht es bereits in aller Frühe mit dem Zug weiter nach Varna.