Berichte

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Die Zugfahrt durch Bulgarien verlief eher unspektakulär und man fühlte sich fast ins heimische Mecklenburg-Vorpommern versetzt, wären die Landschaft etwas flacher. Witzig war leidiglich, als ich zum dampfen an einem Bahnhof den Zug verlassen wollte und mich die Schaffnerin irritiert ansah: Electronski?! und auf den Zug zeigte. Das hieß dann übersetzt, dampfen ist im Zug erlaubt, rauchen nicht - läuft!
Varna hatten wir uns für zwei echte Urlaubstage auserkoren, doch so wirklich gut empfanden wir unsere Wahl schließlich nicht. Die Stadt macht insgesamt nicht viel her und für den Strand war das Wetter nicht so berauschend, da es um diese Jahreszeit doch schon recht schnell frisch wird. Nett ist in Varna der große Park und eine Fußgängerzone. Dazu gibt es unweit noch eine Kathedrale, dann hat man aber auch schon alles gesehen.
Für den zweiten Tag in Varna hatten wir uns deshalb den nahegelegenen Steinwald ausgesucht - eine natürliche Ansammlung von Steinsäulen, für deren Entstehung es verschiedenste Theorien gibt. Anders als die vielen künstlich erschaffenen Ruinen, aber mal ein völlig anderes und wirklich schönes Erlebnis. Da der Steinwald etwas außerhalb von Varna liegt, kann er nur mit dem Taxi erreicht werden. Als der Taxifahrer seinen Auftrag inklusive einer Stunde Wartezeit vernommen hat, hielt er noch schnell am nächsten Kiosk, um sich panisch noch eine Zeitung zu kaufen. Für etwa 25€ Taxikosten kann man die Tour durchaus empfehlen.
Von Varna geht es schließlich mit dem Taxi weiter nach Constanta, da der Bus erst Mittags gefahren und es zu knapp mit dem geplanten Kick am Abend geworden wäre. Mit einem Preis von 200 Lewa ist der Spaß kaum teurer als der Bus und der Hotel-zu-Hotel-Service inklusive. Das in der Hochsaison sicherlich überlaufene Mamaia, eine schmale Landzunge zwischen einem See und dem Schwarzen Meer einige Kilometer außerhalb von Constanta, ist zu dieser Jahreszeit beinahe ausgestorben. Im einige Meter entfernten Supermarkt mit drei Fressbuden können wir eine Pizza ergattern, nachdem alle Gaststätten selbst in den Hotels bereits geschlossen sind. Vorteil dieses Umstandes ist es jedoch, dass wir den Strand völlig für uns alleine haben und entspannt eine Runde schwimmen gehen können.
Die nächste Taxifahrt führt uns ins Zentrum, wo wir abgesehen vom Strand auf die Schnelle kaum Sehenswertes entdecken. Schließlich bringt uns ein weiteres Taxi nach Ovidiu, einem Ort auf der anderen Seite des Sees, wo das heutige Spiel stattfinden soll. Das Stadion liegt dabei mitten im Nirgendwo und lediglich das Flutlicht verspricht aus der Ferne etwas Zivilisation.

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Nachdem wir unserem Taxifahrer erklärt haben, er möge uns bitte nach dem Spiel wieder abholen, und dieser mit der einzigen deutschen Aussage, die hier in Osteuropa jeder Taxifahrer beherrscht - kein Problem! - geantwortet hat, gilt es das Stadion zu entern. Das klappt dann einfacher als gedacht, denn Eintritt verlangt hier heute keiner und so gibt es weder Tickets, noch Programmhefte. Wirklich verwundert darf man darüber nicht sein, da wir hier vermutlich die einzigen Zuschauer sind, die nicht selbst in irgendeiner Mannschaft hier spielen oder ein Familienmitglied oder Freund haben, der selbiges tut.
Das Stadion verfügt über vier Tribünen mit Sitzplätzen und ein paar gewöhnliche Flutlichtmasten. Ganz nett, aber bei weitem auch nichts besonderes.

Das Spiel machen von Beginn an die Hausherren, die sich auf gleich mit der frühen Führung belohnen. Nach einer guten halben Stunde kann diese dann um einen weiteren Treffer erweitert werden, während die Gäste nur selten am heimischen Strafraum kratzen. Eine dieser seltenen Situationen ereignet sich dann kurz vor der Pause, als einer der Abwehrspieler von Viiturol den Ball nicht trifft und stattdessen den Gegner zu Fall bringt. Klarer Elfer, den die Moldawen sicher verwandeln. Damit geht es dann mit einer auf dem Papier recht knappen Führung für Viiturol in die Pause.

Kurz vor der Halbzeit haben wir uns für den zweiten Durchgang mit Eistee und Brotchips eingedeckt, sodass wir die Halbzeitpause jetzt völlig entspannt genießen können, während alle anderen zum kleinen Verpflegungsstand drängen. Sehr amüsant klingt übrigens die rumänische Sprache, wo Nu Rasismului und Nu Violentei auf den Werbebanden zu lesen ist.
Die zweite Halbzeit bringt schließlich noch einen weiteren Treffer durch Ciobanu, welcher bereits das erste Tor der Partie erzielt hatte. Auch das Aluminium bekommt zwischendurch mal einen Ball ab und die Hausherren denken nicht daran, sich zurückzuziehen. Sehr zu meinem Leidwesen, denn als ich in der 90. Minute den Spielstand fotografiere und kaum ausgesprochen habe, die dürften in der Nachspielzeit keinen mehr rein hauen, fällt natürlich erneut durch Ciobanu das 4:1.

Große Feierlichkeiten gibt es hier nach Abpfiff keine, auch wenn eine entsprechend hohe Niederlage im Rückspiel, um den Einzug in die nächste Runde noch zu verpassen, eher unwahrscheinlich ist.
Nach dem Spiel können wir zumindest noch eine Mannschaftsaufstellung ergattern, um überhaupt etwas von diesem Kick mitzunehmen. Unser Taxifahrer erwartet uns dann auch pünktlich vor dem Stadion und bringt uns - mit Zwischenstop am Supermarkt zur Auffüllung der Bier-Vorräte - zurück zu unserem Hotel. Morgen geht es dann weiter über Bukarest nach Moldawien. Sofern alles klappt wie wir uns das vorstellen, hört ihr bald von dort.