Berichte

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Wer kennt das nicht? Ein neues Jahr und wieder sagt man sich, dieses Jahr mach ich endlich, was ich mir die letzten Jahre immer schon vorgenommen hab. Tatsächlich lag mir einer meiner üblichen Reisebegleiter schon seit längerem in den Ohren, er wolle endlich dem Camp Nou einen Besuch abstatten. Meine Begeisterung dafür hielt sich zwar in Grenzen, aber der geplante Umbau ab dem Sommer war dann Überzeugung genug. Also geht es für uns wieder einmal im Januar nach Spanien.
Viel zu früh trifft man sich in Rostock am Hbf, von wo es mit dem IC zum Hamburger Flughafen geht. Nachdem ich bei der Sicherheitskontrolle wie angekündigt wieder am längsten gebraucht hatte - offensichtlich waren wohl Rückstände von diversem Silvester-Spielzeug am Rucksack gefunden worden - heben wir ab gen Süden. Bis man dann das Auto abgeholt, einen Parkplatz gefunden und eingecheckt hat, ist der Tag bereits gelaufen und es bleibt nur noch ein gemütlicher Abend bei Tacos und Bier.
Am nächsten Tag erkunden wir etwas die Stadt, bevor es am Nachmittag zum Camp Nou geht. Für 2,15€ fahren wir in der völlig überfüllten Metro zum Stadion, wobei auffällig wenig Leute spanisch zu sprechen scheinen, aber jeder 2. einen Schal oder ein Trikot trägt. Auf dem Weg zum Stadion werden dann einige gut gelaunte und vollgetankte Herren mit gelben Trikots gesichtet, die offensichtlich die Fahrt mit der Fähre gut genutzt hatten. Neben den Gästefans erspäte man auffällig viele Asiaten.
Wir vernichteten noch schnell das Bierchen von der nahegelegenen Tankstelle, bevor wir uns mit gemischten Gefühlen ins Getümmel stürzten. Wie erwartet, stellt die Kamera heute kein Problem dar und der Kerl am Einlass interessiert sich nur dafür, ob ich Wasser dabei hätte? Nein! - nach Fanta hat er ja nicht gefragt...

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Dann ist der Moment, für den man 45€ hingeplättert hat, gekommen: Wir sind ganz oben angelangt und können einen Blick ins weite Rund werfen. Durchaus beeindruckend und in Worten wohl kaum zu beschreiben. Tief unter uns liegt das Spielfeld und rings rum erhascht man einen guten Blick auf die gesamte Stadt. Traurig aber wahr - der kurze Glücksmoment hält nicht wirklich lange an. Bald schon gönnt man sich für stolze 4,50€ eine kalte Bratwurst, von welcher man nicht sagen kann, ob sie warm geschmeckt hätte. Rings um uns finden sich immer mehr Touris ein - viele davon bewaffnet mit ihren Selfie-Sticks und völlig aus dem Häuschen.

Das Stadion füllt sich immer weiter und auch im winzigen Gästeblock finden sich immer mehr Zuschauer ein. Auf dem Rasen laufen dann irgendwann die Mannschaften auf, wobei beim Ausrufen der Mannschaftsaufstellung von Barca so etwa jeder Spielername begeistert gefeiert wurde, als würde irgendwo ein Promi über den roten Teppich schlurfen.

Auch später im Spiel fiebern viele mit, wenn ein Messi wieder einmal vor dem Tor des Las Palmas Keepers auftaucht. Ich dagegen drücke heute gepflegt den Gästen die Daumen - ein hoher Favoriten-Sieg ist nun wahrlich nichts besonderes. In der ersten Hälfte schlagen sich die Jungs von Gran Canaria noch ganz gut und kassieren nur einen Treffer, aber im zweiten Durchgang geht es schließlich mit 4 weiteren Treffern der Hausherren rund. Ganz ehrlich? Langweiliger hätte es kaum werden können.

Neben dem großen Anteil an touristischen Zuschauern, gibt es auch eine prozentual ziemlich kleine Gruppe, die sich dem Support verschrieben hat. Leider wirkt ihre Gruppenstärke in dem untersten Block der Hintertor-Tribüne sehr klein, da der Block auch nicht annähernd ausgefüllt wird. Mit ein paar Fahnen, Hüpfeinlagen und einer Art Polonäse durch den Block ist durchaus Action angesagt, was aber bei der Stadiongröße und auf diese Entfernung völlig untergeht. Im Gegenteil, wenn nicht gerade eine Offensivaktion die Massen zu einem Raunen veranlasst, ist es beängstigend still im größten Stadion Europas, welches unter diesen Bedingungen für mich leider in die Kategorie abgehakt und nie wieder gehört.
Für uns geht es jetzt weiter zum zweiten Spiel des Tages, der Begegung der kleinen Katalanen gegen Hercules aus Alicante.