Berichte

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Wie sich manche Fahrten erst spontan ergeben, gibt es auch die Fahrten, die bereits Wochen im Voraus geplant werden. In die letztere Kategorie fällt das Auswärtsspiel in Lotte. Der kleine Ort verfügt nicht einmal über einen eigenen Bahnhof, was wohl einer der Gründe sein könnte, warum für dieses Spiel der größte Bus-Konvoi seit 1842 - so lautete zumindest die Ankündigung - ausgerufen wurde. Mit Unbehagen beobachtete man deshalb im Vorfeld der Partie einige Spielabsagen und Spielverschiebungen und tatsächlich sollte uns eine Verschiebung des Spiels von Sonntag auf Samstag drohen. Viele Telefone müssen wohl heiß gelaufen sein, um dennoch alle Busse umbuchen zu können. In unserem Fall stand erst zwei Tage vor Abfahrt fest, dass der Bus wirklich fahren konnte. Für den Aufpreis von über 50% dürfen wir uns wohl beim DFB bedanken.

Am frühen Samstag morgen traf man sich also am Rostocker Hauptbahnhof, wo bereits 5 Busse für die Abreise bereit standen. Insgesamt sollen wohl 15 Busse aus verschiedenen Städten die Reise angetreten haben. Unser Bus dagegen ließ noch eine Weile auf sich warten, da sich wohl ein Fahrer krank gemeldet hatte und der Verbliebene seine Ruhezeiten einhalten musste. Mit einer Stunde Verspätung startete dann auch unsere Reise. Neben Bier und Brötchen gab es ein Motto-Shirt und Aufkleber zu erwerben, was ein wenig an eine Kaffee-Fahrt erinnerte. Bald konnte man sich dann aber dem feuchtfröhlichen Teil der Fahrt widmen, wodurch trotz der kurzen Strecke bereits Höhe Bremen das einzige WC an Bord voll war. Der tragische Unfall auf der A1 in den frühen Morgenstunden sorgte schließlich für eine kleine Eskalation, da sich die nächste Pause durch den weiterhin vorhandenen Stau entschieden verzögerte. Ein Halt auf einer Landstraße erlöste dann die angespannten Gemüter und so erreichten wir schließlich kurz vor Anpfiff Lotte.

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Das ich trotzdem pünktlich zum Einlauf der Mannschaften den Innenraum erreichte, verdanke ich der optimalen Organisation der hiesigen Pressestelle, welche mit der Akkreditierung auch direkt eine Wegbeschreibung mitgesandt hatte. Auch der Gästeblock schien zum Anpfiff gut gefüllt zu sein, also hatten es wohl auch die meisten anderen Busfahrer pünktlich rein geschafft. Insgesamt wirkt die Stimmung heute, abgesehen von der breiten Ordnerkette vor der gesamten Gegengeraden, deutlich entspannter als zuletzt in Großaspach.

Die Mannschaften werden von ein paar Cheerleaderinnen auf den Platz begleitet, welcher nach den letzten Absagen auch heute keine optimalen Bedingungen bietet. Dennoch scheint Hansa heute viel zu wollen und es geht gleich mit ordentlich Druck in Richtung des Lotte-Tores. Trotz des guten Auftakts, ist es nach etwa 15 Minuten Lotte mit dem ersten echten Angriff und der Führung. Was soll man dazu sagen? Es läuft eben wie immer...

Freuen können sich dagegen die etwa 50 Lotte-Supporter, die hinter teils gedruckten, teils gemalten Fahnen neben dem Gästeblock ihre Mannschaft anfeuern. Trotz der immensen Unterzahl wird hier auch mal ein Wechselgesang geprobt und das eine oder andere bekannte Lied angepasst. Etwas amüsiert hat mich die Version des Ihr seid Wessis-Liedes, die in Lotte mit etwas Selbstironie geparrt in etwa so lautet: Wir sind Bauern - wir melken unsere Kühe. Insgesamt kann man nur sagen, Respekt an die Jungs, die ihr Ding da ungeachtet eines in Lautstärke weit überlegenen Gästeblocks durchziehen.
Im lang gezogenen Gästeblock werden heute immer wieder ein paar Fahnen eingesetzt und die Stimmung ist trotz des Rückstandes gut. Hoch motiviert werden unsere Jungs bei frühlingshaften Temperaturen nach vorne gepeitscht, auch wenn das im ersten Durchgang bei der Führung für die Hausherren bleiben soll.

Die zweite Hälfte beginnt ähnlich wie die erste, denn während Hansa sich nach vorne kämpft, ist Lotte wieder einmal entwischt und gnadenlos effizient. Bereits im nächsten Angriff folgt dann ein Foul von Gardawski, welcher für das anschließende Meckern gleich gelb-rot sieht. Wut und Enttäuschung sind im Gästeblock jetzt deutlich zu spüren und der eine oder andere Ordner bekommt dies in Form von fliegenden Bechern zu spüren. Bei diesem Rasen und der fehlenden Treffsicherheit vor dem Tor ist die Partie wieder einmal gelaufen und es bleiben nur die üblichen Gesänge à la und schon wieder Deutscher Meister FCH. Oder, um es in den Worten unseres Capos zu sagen, ey Leute, wir führen 2:0, wir haben Zeit! Unnötigerweise fliegen noch zwei Böller auf den Platz, die man sich wirklich hätte sparen können.

Nach dem Spiel geht es zurück zu den Bussen, wo sich wohl doch noch eine Auseinandersetzung mit den Ordnungshütern ereignet. Für uns folgt nun eine lange Rückfahrt ohne Klo, denn trotz neuem Bus scheint die Pumpe kaputt zu sein und eine Entleerung nicht möglich. Trotzdem lassen wir uns heute den Tag nicht vom Fußball oder kaputten WCs verderben und genießen einfach die Fahrt, denn wer weiß schon, wann man mal wieder in dieser Konstellation fahren wird.