Berichte

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Auf der Titelseite der Greif Zu war zum Aalen-Heimspiel noch zu lesen Alle mit WET nach Zwickau, doch wie schon am letzten Wochenende in Lotte, sollte auch die Terminierung für Zwickau über den Haufen geworfen werden. Eine Demo in Leipzig sei wohl diesmal der Grund, warum die Polizei eine Absicherung der Partie nicht leisten könne. Demnach wurde das Spiel einfach auf Montag Abend verlegt - ein Schlag ins Gesicht für jeden Gästefan, der die Fahrten Woche für Woche auf sich nimmt. Aber wir wären schließlich nicht Hansa Rostock, wenn uns das davon abhalten würde, die Reise dennoch anzutreten. Also wurde direkt ein Auto gebucht, dessen Besatzung mit unerwartet hohem Ansturm schnell vollzählig war.

Dank meines kulanten Arbeitgebers konnten wir uns bereits 13 Uhr auf den Weg machen, um rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Im Voraus war eine Überraschung angekündigt worden, welche die meisten bereits hier in Empfang nahmen. Passend zum geplanten Intro gab es Camouflage-Jacken, die mit einer weißen Hansa-Kogge auf dem Rücken aufgewertet worden waren. Nach dem obligatorischen Mob-Foto ging es dann die letzten Kilometer in einem Auto-Konvoi beachtlicher Länge nach Zwickau. Ein genervter LKW-Fahrer an einem Autobahnkreuz ist wohl symbolisch für dieses Bild, der mit Hilfe von Hupe und Lichthupe, sowie 2cm Sicherheitsabstand versuchte, den Konvoi über die Abfahrt zu hetzen. Die letzte Bank in unserem Gefährt schien jedenfalls kurz vorm Herzinfakt zu stehen.

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Schließlich haben alle ihren Weg ins Stadion Zwickau gefunden, welches vom Flutlicht bereits hell erleuchtet ist. Die Hütte ist vielleicht nicht der größte Hingucker, erinnert mich mit den offenen Ecken aber ein wenig an das Stadion in Vaduz, auch wenn der Grund hierfür das vorgegebene Budget der Stadt ist. Der somit freistehende Gästeblock umfasst trotz zahlreich angereister Rostocker nur einen Teil der Hintertortribüne, was dazu führt, dass auch das Dach hinter dem Block und am Zaun alles voll ist. Warum der Sitzplatzbereich daneben nicht verkauft worden ist, wird wohl nur der FSV verstehen.
Die Partie startet zunächst mit Choreos auf beiden Seiten, wie sich das für ein solches Duell bei Flutlicht eben gehört. Im Heimbereich wird zu einer Schalparade ein Spruchband mit dem Motto Eine Stadt - ein Auftrag und etwas Rauch geboten, was wohl in die Kategorie ganz nett fällt. Auffällig dabei die ebenfalls viel vertretenen schwarz-gelben Schals der befreundeten Dresdner.

Im Gästeblock wird derweil noch ordentlich eine Schippe drauf gelegt. Passend zu den bereits erwähnten Camouflage-Jacken prankt vorne am Zaun Hansa ist groß und selbst die Fahne im Block ist farblich angepasst. Dazu gibt es eine ordentliche Portion Bengalen und schwarzen Rauch, welche das Herz höher schlagen lassen. Da fühlt man sich doch etwas nach Polen versetzt. Gepaart wird das Ganze mit dem Ahu-Gesang aus dem Gästeblock und den wütenden Zwischenrufen der Besucher der Gegengeraden, die absolut nicht angetan sind von Pyro und der kurzen Spielunterbrechung.

Auch auf dem Platz will Hansa heute zeigen, wer hier der Herr im Haus ist und startet mit viel Druck zum gegnerischen Tor in die Partie. Nach einer guten halben Stunde belohnt Andrist die Mühen schließlich mit dem Führungstreffer, der einen zumindest ein wenig aufatmen lässt. Wie oft stürmt Hansa wie verrückt aufs Tor, bekommt aber einfach den Ball nicht über die Linie? Es ist immer das selbe Leid, wenn dann irgendwann ein Konter einschlägt und die Partie mal wieder vor die Hunde geht. Heute allerdings scheint das Glück mal auf unserer Seite zu sein. Jetzt noch einen nachlegen und wir sind einigermaßen auf der sicheren Seite... Und tatsächlich zappelt der Ball kurz vor dem Pausenpfiff erneut im Zwickauer Tor. Spätestens jetzt schlägt das Herz zum zweiten Mal heute etwas höher - wäre doch mal was, wenn man für einen Auswärtsbesuch auf einen Montag Abend endlich mal wieder mit einem überzeugenden Sieg belohnt werden würde!

Zweiter Durchgang, zweites Intro. Im Gästeblock werden jetzt die Jacken noch einmal mit Blinkern in Szene gesetzt und die gute Stimmung aus Halbzeit eins nimmt wieder Fahrt auf. Leider überträgt sich das nicht auf unsere Jungs, die mit den jetzt anstürmenden Zwickauern wohl nicht mehr gerechnet haben. Schuhen faustet den Ball vom Tor weg, doch er kommt wie ein Bumerang zurück und trifft ins Schwarze. Das gibt es doch nicht! Während der Gästeblock weiter vollgas gibt, ist jetzt auch der Heimanhang Feuer und Flamme und peitscht seine Mannschaft nach vorne. Wie im ersten Durchgang, verlegt sich das Spiel in die Nordhälfte und Zwickau kann eine Chance nach der anderen verzeichnen. Die Angriffe unserer Jungs dagegen werden meist bereits an der Mittellinie durch diverse Ballverluste unterbunden. Eine halbe Stunde zittern, dann ist es überstanden.

Nachdem ich von der guten Fotoposition auf den Gästeblock vertrieben worden bin, da die Werbebanden dort nicht verdeckt werden dürfen, wandert mein Blick immer wieder zur Anzeigetafel. Tatsächlich verrinnt die Zeit und hinten ist der Ball immer wieder gefährlich nahe am Hansa-Tor. Nur noch 10 Minuten, kommt schon... Doch es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein. Wenig später ist es plötzlich mucksmäuschenstill im Gästeblock. Ausgleich! Es ist wirklich nicht mehr normal, wie man sich immer wieder da hinten rein stellen und die Führung vergeigen kann. Aufwachen Hansa!
Die letzten Minuten ziehen irgendwie an mir vorbei. Während sich im Gästeblock die leider gewohnte Enttäuschung breit macht, feiern die Sachsen ihren Punkt wie einen Sieg. Tatsächlich verhindert diesen schließlich nur der Pfosten. Was am Ende bleibt ist wohl nur die sportliche Ernüchterung und die Sorge um die kommende Strafe für die beiden Intros. Ein Gefühl zwischen heller Begeisterung und Stolz auf die eigene Szene und dem Wunsch, dieses Bild wirklich irgendwo in Polen bewundert zu haben.

Nach der Partie darf ich mich gegen den Strom an Nordkurve und Polizeisperre vorbei kämpfen. Die einzige Aufmerksamkeit schenken mir aber zwei Herren aus dem VIP-Bereich, die leicht irrigiert die Dampfwolke der E-Zigarette bewundern. Oooh... wie bei de Rostocker! Dann geht es auch schon zurück auf die Autobahn in freudiger Erwartung auf die wohlverdienten paar Stündchen Schlaf zu Hause, bevor das Motto am kommenden Tag lautet - einfach irgendwie den Arbeitstag überleben.