Berichte

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Familiäre Angelegenheiten beschwerten mir für dieses Wochenende mal wieder einige Kilometer auf deutschen Autobahnen und was gibt es da auf einen Samstag besseres, als ein Zwischenstopp bei einem Verein, bei dem der Besuch schon lange fällig war? Bereits auf der Autobahn geht es an einigen blau-weißen Autos vorbei, was irgendwie von dem Geruch frischer Landluft begleitet wird - ob es da einen Zusammenhang gibt? Vielleicht sind die auch auf dem Weg nach Leipzig, dann aber vermutlich größtenteils zum völlig überbewerteten Bundesliga-Kick und nicht zu Chemie.
Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir schließlich Leipzig, wo wir entgegen des eigentlichen Vorsatzes, trotz Rostocker Kennzeichen das Auto direkt am Stadion abstellen. Bei der angrenzenden Kleingartenanlage lacht uns dann bereits ein Schild mit der Aufschrift Gegrilltes und Bier an, womit die Frage, wie man die zwei Stunden bis Anpfiff am besten verbringt, geklärt ist. Mit der Zeit finden sich auch immer mehr Leipziger ein, um sich auf die Partie ihrer Mannschaft einzustimmen. Nette Lokation, aber die Preise sind schon recht ordentlich.

Während meine Begleitung sich schließlich für 9€ ein Ticket für die Gegentribüne sichert, geht es für mich vorbei am Gästeblock in Richtung Innenraum. Vor dem Eingang tummeln sich bereits einige Fans aus dem benachbarten Gera, die von einem für Oberliga-Verhältnisse recht hohen Polizeiaufkommen gesichert werden. Auf dem Weg gibt es auch das eine oder andere Graffiti zu bewundern, bevor es schließlich los gehen kann.

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Auf den ersten Blick wirkt die Kurve von Chemie ziemlich leer, da sich die Anwesenden über die gesamte Hintertortribüne verteilen. Wenig später erklärt sich dieses Bild dann aber von selbst, denn während vorne am Zaun ein Spruchband Seit vielen Jahren stehen wir für euch bereit! ausgeklappt wird, wehen im Block unzählige Fahnen und grüner Rauch steigt gen Himmel auf. Das kleine aber feine Intro wird schließlich durch ein großes Chemie Ultras ergänzt und hat die Erwartungen schon jetzt übertroffen.

Auf dem Rasen schenken sich Tabellenführer Chemie und der Tabellenfünfte nicht viel, allerdings ohne die richtig großen Chancen im ersten Durchlauf. Dafür sollte der zweite Durchgang es schließlich in sich haben. Gerade die Gäste drehen jetzt auf und können sich gute Chancen erspielen, bei denen man den Ball schon das eine oder andere Mal im Netz vermutete.
Etwas überraschend ertönt der Jubel dann aber postwendend auf der anderen Seite, denn der Schiedsrichter hat auf Elfmeter entschieden. Die vorangegangene Situation ist meinem Blick entgangen, aber Chemie nutzt jetzt die Chance und geht souverän in Führung. Anders als man das von der Küste kennt, lassen sich die Gäste davon nicht einschüchtern und stürmen weiter gegen das Tor des Chemie-Keepers - allerdings genauso erfolglos wie zuvor. Aber auch Chemie ist jetzt wieder wach und kann schließlich in einer etwas undurchsichtigen Situation den zweiten Treffer markieren. Ohne Kamera und auf Höhe der Mittellinie vermag ich nicht zu beurteilen, ob der Ball da wirklich über der Linie war oder nicht und auch der Stadionsprecher ist wohl etwas überrascht, dass der Treffer nun doch gegeben wird.

Ganz zum Ärger der Gäste, für welche die Partie heute unter dem Motto Auferstehen in altem Glanz - präsentiert auf orangener Folie - steht. Stimmgewaltig kann man dort natürlich nicht mit den zahlenmäßig überlegenen Leipzigern mithalten, unterstützt seine Mannschaft aber dennoch bestmöglich. Besonders nach Abpfiff wird dann auch eine andere Fassete dieser Partie deutlich, denn die Anhänge beider Vereine gehen auch politisch strikt getrennte Wege. Wütende Stimmen, wie der Schiedsrichter nur so für die Kommunisten pfeifen könne, werden im Block laut. Tatsächlich ist das Spiel aus Sicht von Gera natürlich richtig mies gelaufen, da man sicherlich auch gute Chancen auf einen Sieg in dieser Partie gehabt hat.

Feiern dürfen am Ende aber die Leipziger, die auch im restlichen Verlauf der Partie besonders mit abwechslungsreichem Liedgut begeistern konnten. Häufig hört man doch nur den selben Einheitsbrei, der eben hier und da durch den passenden Vereinsnamen bzw. die Stadt ersetzt wird, da ist es eine wirklich schöne Abwechlsung, gerade auch in den unteren Liegen mal viel eigenes bzw. zumindest für mich neues zu hören.
Nach Abpfiff wird auch die Mannschaft nochmal gebührend gefeiert, während es für uns zurück zum Auto geht, da schließlich noch einige Kilometer auf uns warten.