Berichte

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Ehrlich gesagt hab ich wohl die letzte Zeit nur so von Wochenende zu Wochenende gelebt und hätte meine Begleitung sich nicht um diverse Vorbereitungen gekümmert, wäre der Schottland-Trip wohl aufgrund mangelnder Planung ins Wasser gefallen. Aber zum Glück gibt es Leute, auf die man sich dabei verlassen kann und so wird mir dann am langen Osternwochende wirklich bewusst, dass der Kurzurlaub auf der Insel unmittelbar bevorsteht. Der Grund mag wohl sein, dass das Wochenende unserer Wahl mit dem Umbruch der Premiere League zu den Playoffs aufeinander fällt und uns somit neben dem kulturellen Teil eben nur eine Partie in der 1. Division blüht. Als dann aber mein Telefon blinkt und mir meine Begleitung freudestrahlend von der Erkenntnis berichtet, dass in diesem Zeitraum auch die Pokalhalbfinalspiele in Glasgow stattfinden, komm auch ich schlagartig wieder in die Gänge und wenig später hat uns ein Freund aus Schottland über ein paar Ecken Tickets für die Hibs-Kurve am Samstag mit Übergabe in Glasgow bestellt.

Nun doch hoch motiviert geht es also bereits am Vortag der Partie auf die Insel, wo nahe dem Loch Lomond Quatier bezogen wird. Für meine Begleitung ist es der erste Besuch auf der Insel, sodass er entsprechend panisch auf dem Beifahrersitz herumzappelt, während ich mich eigentlich recht schnell wieder an den Linksverkehr gewöhnt habe. Eine kleine Neuerung gibt es dann aber doch, denn es ist das erste Mal, dass der Tacho tatsächlich Meilen anzeigt - ups, da waren wir Anfangs wohl etwas flott unterwegs... Abends gibts dann noch einen Abstecher zum See und das erste Ale der Reihe schottisches Brackwasser.
Am nächsten Tag steht dann auch schon der Besuch im Hampden Park an, wo wir am nahegelegenen Asda-Supermarkt problemlos einen Parkplatz finden. Vor dem Stadion wimmelt es bereits von Menschen in grün-weiß, denn für die Hibs-Fans ist es als aktueller Tabellenführer der 1. Division durchaus ein Highlight, auf den Tabellenzweiten der Premiere League zu treffen. An diversen Ständen wird inseltypisches Fastfood angeboten, während ein Straßenmusiker Hibs-Lieder singt und ein Herr mit Kilt und Dudelsack vorbeispaziert - herrlich!

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({{liga}} {{season}}: Halbfinale)

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Schließlich geht es für uns zum Einlass, wo es knapp eine Stunde vor Anpfiff noch erstaunlich leer ist und auch die Ordnerin bleibt angesichts der Kamera super entspannt. Überhaupt gleicht die Stimmung eher einem Freundschaftsspiel, denn statt auf Fantrennung wird hier nur peinlichst genau darauf geachtet, dass kein Alkohol in der Öffentlich konsumiert wird.
Der erste Blick ins Stadion offenbart, dass auch hier noch nicht besonders viel los ist. Dennoch ein netter Ground, der gebührend eines Nationalstadions in den blau-weiß-roten Sitzreihen die schottische Fahne präsentiert. Wohl aufgrund der recht flachen Bauweise wirkt es dagegen deutlich kleiner als man es bei einer Kapazität von 52.000 Zuschauern erwartet hätte. Zeit also, noch ein wenig die Sonne auf dem Vorplatz zu genießen und den langsam ansteigenden Zuschauerstrom auf dem Weg zum jeweiligen Sitzplatz zu beobachten.

Kurz vor Anpfiff ist es dann in beiden Kurven doch ordentlich voll geworden, auch wenn aus irgendeinem Grund in der Aberdeen-Kurve mittig Blöcke komplett leer bleiben. Auch der Dudelsackspieler ist samt Instrument inzwischen im Stadion angekommen und trällert noch das eine oder andere Liedchen, während selbst die Schotten begeistert ihre Handys für ein Foto zücken. Nachdem die Mannschaften begeistert empfangen worden sind und die Partie startet, beobachte ich erfreut eine kleine Gruppe Supporter in der grünen Kurve. Das euphorische Hibs Hibs, in welches erstaunlich viele einsteigen, wird aber bereits nach wenigen Sekunden jeh unterbrochen, als der Ball plötzlich im Netz zappelt - 1:0 für den Favoriten am heutigen Tag und die Kurve in rot darf keine Minute nach Anpfiff zum ersten Mal jubeln.

Auch in den folgenden Minuten ist Aberdeen die bestimmende Mannschaft und macht ordentlich Druck, was schließlich Mitte der ersten Hälfte auch den zweiten Treffer beschert. Die Hibs-Fankurve lässt sich davon aber nicht beeindrucken und stimmt auch weiterhin immer wieder in die von der kleinen Supporter-Gruppe angestimmten Gesänge ein - auch wenn es sich auf drei Lieder beschränkt, ist diese eher unkoordinierte Stimmung durchaus ordentlich. In der 36. Minute wendet sich dann aber doch das Blatt, als der frisch eingewechselte Holt plötzlich den Anschlusstreffer markieren kann. Damit scheint der Respekt vor dem höherklassigen Gegner gebrochen zu sein, denn jetzt wagen auch die Hibs mehr und drängen auf den Ausgleich.

In der 60. Minute klappt es dann endlich und es scheint ganz so, als würde die Partie nicht so eindeutig enden, wie sie zunächst begonnen hatte. Im Gegenteil, die Hibs haben inzwischen gut ins Spiel gefunden und haben inzwischen die Nase vorne. Während wir uns einig sind, dass inzwischen ein Sieg durchaus verdient wäre, tickt die Uhr und es sieht ganz danach aus, als würde die Partie noch in die Verlängerung gehen. Richtig bitter kommt es dann aber in der 86. Minute, als ein Kullerball derart eklig abgefälscht wird, dass er unhaltbar erneut im grün-weißen Tor landet. Glück für Aberdeen, dass man schließlich trotz schwächerem Spiel ins Finale einziehen kann.

Trotz Niederlage wird die Mannschaft in der Hibs-Kurve noch einmal ordentlich gefeiert, bevor sich das Stadion ebenso schnell leert, wie es sich kurz vor Anpfiff gefüllt hatte. Für uns stehen jetzt noch zwei Tage zwischen Loch Lomond, Loch Ness und den Highlands an, welche im Gegenteil zur Stadt Glasgow wirklich schön und einen Besuch wert sind. Dabei haben wir wohl wirklich Glück gehabt, dass wir nur oben in den Highlands kurzzeitig Regen hatten, denn bereits für Montag verkünden die Schilder eine Schneefallwarnung.
Falls ihr übrigens selbst einen Besuch plant, denkt unbedingt an die sch*** Steckdosenadapter - die gibt es anders als in Dublin nicht an jeder Ecke und bescherten uns schließlich eine Odysee durch etliche Supermärkte.