Berichte

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Bevor es am kommenden Tag zurück an die Küste gehen sollte, steht wieder einmal ein Besuch in der Oberliga auf dem Programm. Etwas mulmig ist mir schon, endete dieses Unterfangen doch letztes Mal damit, dass mein kleiner Volvo nicht mehr fahrtüchtig war und später mit dem Sammeltransporter nach Hause kommen musste. Heute in Plauen sollte es jedoch deutlich entspannter werden, denn für einen Taler konnten wir auf einem großen, ziemlich leeren Parkplatz parken. Aufgrund des Kennzeichens wieß man uns an, die rechte Parkplatzhälfte zu nutzen, wohl wegen der Fantrennung. So darf mein Volvo die nächsten zwei Stunden in Gesellschaft eines Wolfsburgers und eines Dresdners verbringen.
Für uns geht es rüber zum Vogtlandstadion, das trotz des wunderschönen Wetters nur spärlich besucht ist.

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Bei der Hitze gönnen wir uns heute ein Schattenplätzchen auf der überdachten Haupttribüne, wo es sich dank leichter Brise aushalten lässt. Obwohl das Vogtlandstadion bereits seit 1934 existiert, wirkt es heute doch recht neumodisch. Dennoch haben die Renovierungen, die 2009 begannen, dem Stadion nicht gänzlich seinen Charme genommen und die grundlegende Form blieb erhalten.

Auf dem Rasen trifft Plauen heute auf hochmotivierte Merseburger, deren Trainer seine Mannschaft neben dem Spielfeld ordentlich anzuheizen versucht. Offensichtlich mit Erfolg, denn bereits nach einer Viertelstunde geht Merseburg in Führung.
In einer ansonsten ausgeglichenen Partie ist es nicht verwunderlich, dass Plauen bereits 10 Minuten später ausgleicht. Bitter ist für die knapp 400 Zuschauer allerdings, dass wenige Augenblicke später der Pfiff des Schiris Elfmeter für die Gäste signalisiert. Somit geht es mit der knappen Gästeführung in die Pause.
Wir nutzen die Unterbrechung für die Verköstigung der Stadionwurst, die zwar recht klein ist, aber geschmacklich echt top. Wo man hier gelandet ist, zeigt das Verkaufsschild, auf welchem tatsächlich ne Fettbemme angepriesen wird - die spinnen, die Sachsen...

Auf den Rängen zeichnet sich in Plauen ein Bild, was man aus diversen höherklassigen Stadien kennt - die Fanszene steht an beiden Enden der Nordkurve und jede Gruppe zieht ihren eigenen Support durch. Den Bannern nach zu Urteilen, könnten politische Gründe vermuten, doch meine Nachforschungen dazu verliefen etwas im Sande. Beide stünden wohl seit Anfang der Saison getrennt, aber warum scheint hier in Plauen außer den beiden Gruppen wohl keinen zu interessieren. Dabei wäre es bei der Größe der Fanszene viel effektiver, man würde sich zusammenraufen und die Mannschaft mit geballter Stimme nach vorne peitschen.

Im zweiten Durchgang läuft Plauen weiter dem Rückstand hinterher. Doch wieder funkt der Schiedsrichter dazuwischen - wieder gibt es Elfmeter für Merseburg. Einige Plauener können es nicht fassen und lassen ihren Ärgern am Unparteiischen aus. Dieser lässt sich aber nicht beeindrucken und so ist die Partie sportlich wohl entschieden. Wenig später folgt ein Freistoß in guter Position für Merseburg, was die Plauener weiter auf die Palme treibt: Wir sind schlecht heute, aber das ist doch nicht mehr normal! Der 4. und letzte Treffer der Merseburger macht den Kohl am Ende auch nicht mehr fett.

Während beide Gruppen mit Fahnen, Schals und teils sogar mit Kassenrollen für optische Akzente sorgen, amüsierte uns besonders der in der 2. Halbzeit präsentierte Suff-Support der zur Gegengerade aufgestellten Gruppe. Ob nur noch kühles Bier, heute schütte ich mich zu oder der Klassiker Europapokaal, man schien sich trotz unglücklichem Spielverlauf nicht die Laune verderben zu lassen.
Nach der Partie geht es für uns zurück auf die Autobahn gen Norden. Wie sich rausstellen sollten, ab heutigen Tag genau die richtige Reiserichtung, denn während unsere Spur zwar recht voll war, stand die Gegenspur einfach mal komplett und das mit kurzen Unterbrechungen bis beinahe Wittstock/Dosse. Auf einem Autohof berichtete uns ein Fahrer, der gen Süden unterwegs war, der Grund wäre wohl das Pokalfinale sowie die aktuell stattfindenden Kirchentage und man habe 4 Stunden für etwa 130km gebraucht. Derweil fliegt mein kleiner Volvo über die Autobahn und am frühen Abend hat mich meien gebliebte Hansestadt wieder.