Berichte

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Für uns steht ein perfektes Wochenende auf dem Plan, an dem neben dem Pokalspiel unserer Kogge am Montag noch zwei Grounds in der Ekstrakasa gekreuzt werden sollen. So geht es bereits am Donnerstag Abend mit dem Bus über Berlin nach Kraków, wo uns ungewohnt viel Zeit für den kulturellen Teil der Reise bleibt.
Tickets für das Derby haben wir inklusive Karta Kibica bereits online bestellt, sodass wir beides am Spieltag morgens problemlos abholen können. Für die Sammlung wurde die auf der Karta Kibica gespeicherte Karte gleich noch ausgedruckt, auch wenn wir später mit der elektronisch gespeicherten Karte das Drehkreuz passieren werden. Aktuell ist die Karta Kibica nicht nötig, wer aber auf Nummer sicher gehen möchte und im Voraus bestellen will, kann für ein paar Złoty mehr bestellen. Verschickt wird dabei nur innerhalb von Polen, für alle übrigen Bestellungen wird die Karta Kibica automatisch hinterlegt.

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Als wir etwa eine Stunde vor Anpfiff zum Stadion zurückkehren, wimmelt es nur so von Wisła-Fans, aber auch den einen oder anderen Cracovia-Anhänger hat man zuvor in der Stadt gesehen. Dementsprechend ist die Ernüchterung dann doch recht groß, als wir im Stadion den leeren Gästeblock erspähen. Die Polizei hat wohl aus Sicherheitsgründen und aufgrund früherer Ausschreitungen ein Gästeverbot für die Partie ausgesprochen.

Wisła hat in der gut gefüllten Kurve ein Intro vorbereitet mit einer großen Blockfahne und Fähnchen an den Seiten. Während das gesamte Stadion für die polnische Nationalhymne aufgestanden ist, beleuchten erste Blinker die Blockfahne. Anschließend wird diese runtergezogen und Bengalen und schwarzer Rauch bilden den Abschluss des Intros. Die beiden Spruchbändern lassen sich sinnlich übersetzen mit Gott erbarme sich unserer Feinde, denn wie man sehen kann, wir taten es nicht.

Während zu Beginn der Partie auf dem Platz recht schnell Cracovia die Spielführung übernimmt, kann die Kurve immer wieder das gesamte Stadion zum Mitsingen animieren und erreicht damit eine beeindruckende Lautstärke - aber alles andere wäre hier auch mehr als enttäuschend gewesen. Mitte der ersten Halbzeit verliert Cracovia nach einem Einwurf kurz den Ball, kann ihn aber zurückerobern, umschalten und den Führungstreffer einschenken. Während um mich herum alles flucht, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen - brawo Cracovia!

Im zweiten Durchgang wendet sich schließlich das Blatt, da Cracovia nun mehr versucht das Ergebnis zu halten, statt auf den 2. Treffer zu spielen. Die endgültige Wende im Spiel bringt aber in der 75. eine gelb-rote Karte gegen Cracovia. Nur fünf Minuten später bricht López durch die Verteidigung der Gäste und erzielt den Ausgleich. War es auf den Tribünen kurzzeitig etwas ruhiger geworden, so waren spätestens jetzt nicht nur die Kurve, sondern auch die übrigen Tribünen wieder elektrisiert.

Während ich noch einen kleinen Funken Hoffnung habe, dass Cracovia wenigstens das Remis über die Zeit bringt, stürmt Wisła weiter auf deren Tor und lässt hinten kaum noch etwas zu. Als der Ball erneut im Cracovia-Tor zappelt, gibt es rings um uns kein Halten mehr, während ich erstmal tief durchatme - Abseits! Wenig später fällt dann aber doch noch der gültige Siegtreffer für die Hausherren und macht Doppeltorschützen López zum Held des Tages.
Für uns geht es nach dem Spiel noch in die Stadt, um den Abend mit ein paar Piwa ausklingen zu lassen. In einer Seitenstraße entdecken wir eine kleine Bar in einem Kellergewölbe, wo an diesem Abend Karaoke gesungen wird - wir haben zwar bei den meisten Liedern nichts verstanden, die Jungs hatten es aber echt drauf.