Berichte

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Es gibt Orte auf dieser Welt, an denen man nicht häufig genug sein kann. Dazu zählt selbstverständlich unsere geliebte Hansestadt Rostock, aber auch Poznań hat es mir inzwischen angetan. Nach dem ersten Heimsieg der Saison am Samstag, ging es für uns in den kommenden Morgenstunden auf die Autobahn gen Szczecin, von wo wir mit dem Zug nach Poznań weiterreisen würden. Diesmal haben wir den bewachten Parkplatz direkt am Bahnhof reserviert und können das Auto problemlos abstellen, nachdem wir den Parkplatzwächter erfolgreich geweckt haben.
Etwa 5 Stunden später ist es dann endlich soweit und wir machen uns zu Fuß auf den Weg ins Stadtzentrum, um bei einem ordentlichen Mittagsmahl auch das erste Bierchen zu verköstigen. Während es zuhause wohl in Strömen regnen soll, lassen wir es uns bei angenehmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein auf dem Marktplatz schmecken. Anschließend wurde die viel zu kurze Zeit bis zum Anpfiff im Pub Deja Vu mit zwei polnischen Freunden verbracht.

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Die letzten beiden Duelle dieser Mannschaften, die ich besucht habe, gingen jeweils in den letzten Minuten noch an die Hauptstädter und so langsam stellt sich mir die Frage, ob meine Anwesenheit den Jungs in blau und weiß einfach kein Glück bringt. Aber schließlich sind alle guten Dinge drei und so geb ich mir selbst heute nochmal die Chance, endlich einem Sieg gegen Legia beizuwohnen. Das Stadion ist diesmal nicht vollständig ausverkauft, wohl aber gut gefüllt. Mit 100 Złoty auf der Gegentribüne sind die Tickets dieses Spiel mehr als doppelt so teuer wie am letzten Wochenende gegen Kielce und so mag sich wohl manch einer das Spiel lieber im TV angesehen haben.

Während beim letzten Heimspiel gegen Legia nur im Gästeblock gezündet wurde, startet die Hintertortribüne heute direkt mit buntem Rauch in die Partie. Unterstützt wird Lech heute von ŁKS Łódź, welche am Vortag bei Warta Poznań gespielt hatten. Etwas kurios ist diese Freundschaft schon, da ŁKS und Arka verfeindet sind.
Nach gerade einmal 12 Minuten bringt Gajos die Hausherren in Führung und heizt die gut aufgelegte Kurve damit weiter an. Mit der Zeit stumpft man wohl ein wenig ab und es braucht deutlich mehr als früher, um sich von einem Support beeindrucken zu lassen. Sowohl Legia zuhause, als auch Lech schaffen es aber immer wieder mit schlicht brachialer Lautstärke und gefühlt 100%tiger Mitmachquote, dass man den Blick einfach nicht abwenden möchte.

Die zweite Halbzeit startet erneut mit einem kleinen Intro - diesmal mit Fahnen und Doppelhaltern. Kurz vor der Pause war auch der zweite Treffer für Lech gefallen und so scheint meine persönliche Pechsträhne heute wohl ein Ende nehmen zu wollen.
Deutlich schlechter dürfte die Laune inzwischen im Gästeblock sein. Legia ist nach zwei Meistertiteln in Folge denkbar schlecht in die Saison gestartet und hat sich bereits vor gut zwei Wochen vom Trainer verabschiedet. Heute nun eine Niederlage gegen den Erzrivalen ist dann wohl die Spitze des Eisbergs. Wie später einige Medien berichten, sollen ca. 50 bis 70 Fans ihrer Mannschaft nach dem Spiel aufgelauert und einige Spieler verprügelt haben, mit der Drohung, bei weiterhin schlechter Leistung wiederzukommen. Was soll man dazu sagen? Willkommen in Polen...

Mit dem 3:0 auf dem Rasen gehen aber erneut einige Breslauer und Bengalen in der blau-weißen Kurve an. Damit ist die Partie dann auch endgültig entschieden. Auch im Gästeblock ist die große weiße Legia-Blockfahne präsentiert worden und wenig später gehen auch hier die Bengalen an. Erleichtert darf man nun einfach die letzten Minuten genießen, bevor sich die Hausherren nochmal von der Kurve feiern lassen dürfen.

Nach dem Spiel geht es für uns zu Fuß zurück in Richtung Bahnhof, wo bereits zwei Stunden nach Abpfiff unser Zug nach Hause fahren würde. Obwohl wir eigentlich reichlich Zeit hatten, durften wir schließlich doch nochmal die Beine in die Hand nehmen, denn das Gleis war dann noch etwas abgelegener als erwartet und unser Zug stand bereits abfahrtbereit, als wir eben jenes betraten. Völlig erschöpft erreichen wir nach fast 24 Stunden die Heimat, wo mir nur einige Augenblicke Schlaf vergönnt sind, bevor der Arbeitsalltag mich ruft. Glücklicherweise hält der Oktober noch einiges bereit und so heißt es nun Tage zählen bis zum nächsten Ausflug.