Berichte

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Es ist Freitag Abend. Während normale Menschen die nächste Kneipe ansteuern, für den Club vorglühen oder einfach nur auf dem Sofa die Woche ausklingen lassen, kuschel ich mich in meinem Bett bereits unter die Decke und lausche dem Fanradio, wo zwei überglückliche Moderatoren die letzten Minuten der Auswärtspartie in Haching kommentieren. Von der Party auf der 800km Rückreise der Auswärtsfahrer kann ich heute nur noch träumen, denn in wenigen Stunden wird mein Wecker mich bereits wieder wecken, um meine eigene 800km Reise für dieses Wochenende anzutreten.
Vier Stunden später muss ich entsetzt feststellen, dass der 2. Wecker kein fieser Traum ist. Also ab unter die Dusche und dann Abmarsch auf die Autobahn gen Berlin, von wo es schließlich per Mitfahrgelegenheit nach Kraków weiter gehen wird. Um 5 Uhr in der Früh hat dann das Zittern am Treffpunkt ein Ende, denn während der slowakische Fahrer das Kilometer schrubben übernimmt, kann ich mir im warmen Auto noch ein wenig Schlaf gönnen.

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Mit drei Stunden Verspätung dank unzähliger Staus erreichen wir dann Kraków - also einchecken, irgendwas essen und weiter zum Stadion. Glücklicherweise befindet sich eben jenes im direkten Umkreis der Altstadt, sodass es nur wenige Minuten zu Fuß zurückzulegen gilt. Auf den Straßen ist allerdings kaum etwas los und der einzige wirkliche Indikator für das Stattfinden einer Erstliga-Partie sind eine Stunde vor Anpfiff die Polizeiautos vor dem Stadion und das Flutlicht.
Drinnen füllt sich die Hütte kurz vor Anpfiff dann doch noch etwas. Bei dem räudigen Herbstwetter aber auch kein Wunder, dass die meisten hier erst in letzter Minute eintrudeln. Auch in der Kurve wird der Zaun erst in den ersten Minuten der Partie beflaggt.

Bei der enttäuschenden Zuschauerzahl insgesamt und der entsprechend leeren Kurve, überrascht die Lautstärke der Heimkurve dann doch etwas und macht Hoffnung, nicht völlig umsonst 90 Minuten in der Kälte zu verbringen. Unterstützt wird Cracovia heute von ein paar Leuten aus Poznań und Gydina, kommt aber stimmungstechnisch dennoch höchstens auf polnisches Durchschnittsniveau.

Sportlich steht Cracovia als Vorletzter der Tabelle mit dem Rücken zur Wand, konnte aber gegen andere Gegner aus der unteren Tabellenhälfte 5 Punkte in den letzten drei Spielen einfahren. Heute steht mit Nieciecza ein weiterer Gegner aus dem Tabellenkeller bereit, um die Bilanz etwas aufzubessern. Zunächst gelingt aber beiden Teams auf dem Rasen nicht besonders viel und so geht es wenig überraschend ohne Tore in die Pause.

Aus Nieciecza haben zwei Busbesatzungen die etwa einstündige Reise nach Kraków angetreten und optisch wirkte der Support im ersten Durchgang von der gegenüberliegenden Spielfeldseite aus eigentlich ganz gut. Zwischendurch kamen auch mal ein paar Fähnchen zum Einsatz. Bei genauerer Betrachtung im zweiten Durchgang fällt dann aber doch auf, dass der Support ziemlich große Lücken aufweist und nur spielbezogen hin und wieder mal ein Gesang angestimmt wird.

Cracovia gelingt dann in der 81. Minute der lang ersehnte Führungstreffer, der nicht nur in der Kurve, sondern auch von den Ordnern neben mir bejubelt wird. Doch irgendwie soll es diese Saison einfach nicht klappen und so kassiert man in der 90. schließlich doch noch den Ausgleich. Im Gästeblock hält es nun natürlich niemand mehr auf dem Sitz und der gefühlte Sieg wird mit der Mannschaft noch ein wenig gefeiert. Den beiden Ordnern dagegen entlockt die Szene ein enttäuschtes Kurwa - das hab ich doch glatt etwas vermisst...
Für mich geht es mit Eiszapfen an Händen und Füßen zurück in die Altstadt, um den Abend in einer der unzähligen Lokalitäten mit einem leckeren Abendessen ausklingen zu lassen, bevor es müde und erschöpft zurück ins Hostel geht. Schließlich steht morgen Mittag noch eine weitere Partie auf dem Plan.