Berichte

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Für die aktuelle Saison habe ich mir die Komplettierung der Ekstraklasa auf die Fahne geschrieben und an diesem Projekt die letzten Wochen auch schon ganz ordentlich gearbeitet, sodass inzwischen nur noch vier Stadien offen sind. Płock und Nieciecza sind dabei noch recht einfach zu bewältigende Ziele, während Białystok aufgrund der Entfernung eine kleine Herausforderung darstellt. Lubin dagegen ist nur ein kurzer Sprung über die Grenze und dennoch bei meiner bevorzugten Wahl des Reisemittels etwas kompliziert, da die 73.000 Einwohner zählende Stadt von keinem Fernbus angesteuert wird und auch der Bahnhof wohl nicht mehr genutzt wird. So blieb nur die Option, irgendwann mal mit Auto rüber zu fahren und eben jene Gelegenheit bot sich mir nach einem Konzertbesuch in Leipzig mit anschließender Übernachtung in Dresden letzten Sonntag.

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Etwa eine Stunde vor Anpfiff hab ich die letzten 50 Kilometer Landstraße nach Lubin hinter mich gebracht und den Weg zum Stadion, welches etwas außerhalb liegt, gefunden. An der Parkplatzeinfahrt gibt es ein kleines Häuschen, welches für die Abholung von Akkreditierungen und reservierten Tickets vorgesehen ist. Leider ist meine Mail wohl nicht angekommen, sodass es heute auf die Tribüne gehen würde. An Kasse 4 unternehme ich schließlich noch einen Versuch, vielleicht doch noch das Ticket für den Innenraum zu lösen, woraufhin ich zumindest ein Ticket für die Gegentribüne, sowie die Erlaubnis, meine Festbrennweite mit rein nehmen zu dürfen, ergattern kann.

Also rein in die gute Stube und der erste Blick auf den Grill lässt mich meinen Ausflug auf die Tribüne gleich zu schätzen wissen. Dennoch genehmige ich mir erstmal nur ein alkoholfreies Lech, welches zu meinem Entsetzen von der Dose noch in den Plastikbecher umgefüllt wird - na gut, dass der Spaß nur 4 Złoty gekostet hat...
Der Blick auf die Tribüne lässt heute keine allzu große Erwartung aufkommen, denn im Gästeblock herrscht gähnenden Leere und auch die Heimkurve ist nicht besonders gut gefüllt. Etwas irritiert bin ich schon, da Cracovia am letzten Wochenende per Spruchband zur Reise nach Lubin aufgerufen hatte. So bleibt nur die Hoffnung auf Lubin, wo eine Schriftrolle mit der Aufschrift Stara Szkoła Fanatyzmu die geplante Choreo ankündigt.

Während sich das Blatt auf dem Rasen nach knapp 25 Minuten wieder einmal gegen Cracovia wendet, haben inzwischen aber doch noch einige Fans aus Kraków den Weg ins Stadion gefunden und den Gästeblock mit dem Jude Gang-Banner beflaggt. Nur 10 Minuten später bringt Hernández Cracovia zurück ins Spiel, während in der inzwischen besser gefüllten Heimkurve eine grün-weiß-orange Blockfahne präsentiert wird. Wenig später gibt es passend zum Old School-Banner ein Fahnenmeer mit Schnipseln, Kassenrollen und natürlich einigen Breslauern und Blinkern zu bestaunen.

Im zweiten Durchgang gönne ich mir dann endlich die Kiełbasa - an sich gut, aber auf die Unmenge an Baguette dazu hätte ich verzichten können.
Kurz nach Wiederanpfiff gelingt Cracovia der zweite Treffer, der schließlich ausreichen soll, um drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Anschließend flacht die Partie zunehmend ab, während auf den Rängen beide Seiten weiter versuchen, ihre Mannschaft anzutreiben. Cracovia wird dabei im Gästeblock vereinzelnt von Lech unterstützt, während in der Heimkurve ein paar Leute von Arka anwesend sind. Polnische Fanfreundschaften sind doch immer wieder eine Welt für sich - so ist Arka ja ebenfalls mit Lech und Cracovia befreundet, welche die Freundschaft zu Lubin allerdings nicht teilen.

Während im Gästeblock nach der Partie noch ausgiebig die Mannschaft gefeiert wird, geht es für mich zurück zum Auto. Schließlich hab ich noch etwa 500km Heimreise vor mir, bevor morgen die Arbeit ruft.